Willkommen bei Hunde-ausbilden.de
DER Blog für kritische Hundehalter

Hunde-ausbilden

21.07.2016

Irgendeine Rezension zu irgendeinem Buch!

Irgendeine Rezension zu irgendeinem Buch!

Wenn man deutlich zu erkennende aggressive Interaktionen zwischen Hunden als „harmloses Spielverhalten“ definiert, wenn man Bilder von zähnefletschenden Hunden als nicht „problematisch“ bezeichnet und wenn man dieses gefährliche Halbwissen auch noch in einem Buch veröffentlicht, ist man entweder jenseits aller kynologischen Erkenntnisse oder aber es wird Zeit, den Beruf „Hundetrainer“ an den Nagel zu hängen und sich abseits der Zivilisation mit Schafen statt Wölfen zu beschäftigen.

Da Bücher für gewöhnlich, wenn auch empirisches Wissen vermitteln möchten, bleibt die brennende Frage, warum man zu etwa einem Drittel des Buches über Mitbewerber in der Hundetrainerszene schreibt. Von unqualifizierten Aussagen bis hin zu widersprüchlichen und abenteuerlichen Theorien hat sich der Autor hiermit ganz klar disqualifiziert.  Es ändert leider auch nichts, wenn man Zimen oder Trumler zitiert, es spricht eher für Antiquiertheit. Die Empfehlung, man möge sich doch mit der Verhaltensbiologie auseinandersetzen entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Man kann Kappeler sicherlich empfehlen, vorausgesetzt man möchte mehr über die Maximierung der Energiegewinnrate, Lunarperiodik oder Krypsis erlernen. Da man als Fachbuchautor allerdings wissen müsste, dass Wölfe sich nicht tarnen, und zudem auch keinen Mondphasen folgen, muss dringend hinterfragt werden, welchen Sinn solch eine Empfehlung hat. Es hat den Anschein, als möchte man mit vermeintlichem Fachwissen und dem Verweis auf Biologen sowie selbst durchgeführter Studien, Fachverstand suggerieren. Einfach sinnlos geht eben auch!

Zusammenfassend könnte man also sagen: Manche Hundetrainer wissen ganz viel über Hundeerziehung, sie können es nur nicht anwenden. Das Lesen von Hundeerziehungsbüchern scheint ein geniales Mittel, um Denken zu vermeiden!

Zum Thema „Rudelkonzept“ ist sicherlich in der letzten Zeit sehr viel diskutiert worden und es haben sich unterschiedliche Lager gebildet. Zu dieser These kann man eigentlich nur eines sagen: Anthropomorphismus hat Hochkonjunktur.

Für manche Hundeexperten gelten aber scheinbar die Grundlagen der Ethologie nicht, sie „SPIELEN“ sich die Probleme eines Hundes schön. Verteidigungs-Spiel, Spiel-Aggression oder Begrüßungsknurren sind im Vokabular vieler Hundetrainer. Ich möchte mit einem Zitat von Robert Lemke darauf antworten:  „Wenn die Menschen nur über Dinge reden würden, von denen sie etwas verstehen - das Schweigen wäre bedrückend.“

Nicht müde werdende Verhaltens-Vereinfacher sollte man definitiv sofort zur Strecke bringen. Beginnen wir aber zuvor mit Verhaltens-Verkomplizierern, die vom Wesen Hund soweit weg sind, wie Spielen von Aggression! Der Vorteil der meisten Bücher liegt eben darin, dass man ohne sie auskommen kann. Dies sehen viele Rezensenten glücklicherweise ebenso. Es besteht also noch Hoffnung für die Kynologie. Befriedigend ist, dass die Autoren und vermeintlichen „Wegweiser“ der Kynobiologie langsam aber sicher aussterben und das ist gut so.

Vielleicht dürfen wir demnächst auf die „gute alte Zeit“ zurückblicken und werden verschont mit psychisch-emotionaler Vergewaltigung unserer Haushunde.

Hin und wieder sind tatsächlich Lichtblicke am Horizont der Szene aus selbsternannten Wolfsforschern und Hundeexperten zu sehen. Dann nämlich wenn man zu der Erkenntnis gekommen ist, dass Hunde eine klare Körpersprache haben. Leider wird diese absolut  zutreffende Aussage ad absurdum geführt, indem man im selben Atemzug relativiert: „Was gefährlich aussieht, muss nicht gefährlich sein“! STOP! Wenn´s gefährlich aussieht, ist es nicht gefährlich? Das ist ungefähr so sinnvoll wie: „Bei Jagdspielen wird der gejagte Hund wie Beute verfolgt, jedoch nicht getötet“ oder „manche Rassen gibt´s jetzt auch ohne Jagdtrieb!“ Lassen Sie mich an dieser Stelle Albert Einstein zitieren: „Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“

Ein Pamphlet? Ja, das mag sein und war wohl beabsichtigt. Unsinn bleibt eben Unsinn, auch wenn Hunde- und Wolfsexperten es gebetsartig seit 50 Jahren verbreiten!

Der Leser von Fachlektüre zum Thema Hund sollte also eines tun: Die rosarote Brille abnehmen und die Natur des Hundes erkennen. Das Wissen und die Theorien von angeblichen Forschern und Kynologen hinterfragen und das eigene Bauchgefühl dagegen setzen, das ist es was wir brauchen, um in Zukunft mit unseren Hunden problemfrei zusammen zu leben.

Der Autor.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen